.... Simon!
Seit 1,5 Wochen geht er nun in die SVE, von morgens halb neun bis nachmittags um fünf. Nachmittags kommt er mit dem Schulbus alleine nach Hause, morgens fahre ich ihn aufgrund unseres üblichen Schlafproblems (okay, wenn er wie heute um vier Uhr morgens aufsteht, kann er auch um dreiviertel Sieben mit dem Bus weg *g*). Dort gibt es kein großes Programm, aber einen geregelten Tagesablauf, Brotzeit, Mittagessen, Ruhepausen, morgens Spiele, nachmittags Therapien, einmal pro Woche Singen, eine Knetgruppe, immer Mittwochs einen Ausflug, einen schönen Spielplatz, nur acht Kinder pro Gruppe mit drei Betreuerinnen und diversen Therapeuten, immer einen Schoß, auf dem man sitzen darf, viel Trost, wenn man Mama vermisst und einen Busfahrer namens Gustl, kurz Busgustl genannt. Simon fühlt sich wohl, bleibt dort mit kleineren "ich vermiss Dich"-Einheiten, aber ohne dass wir uns sorgen müssten. Man kann dort herrlich mit ihm umgehen, sie schaffen sogar, ihn zu beruhigen, wenn unerwarteter Lärm in Form einer Hilit kommt oder der Ausflug mit dem Bus in den falschen Ort mit dem falschen Busfahrer auf der falschen Straße passiert. Man versteht Simons Denkweise schon in der zweiten Woche, kann ihn gut einschätzen. Er kommt heim, hat schon dafür ein Ritual entwickelt, dass er ankommen kann, erzählt von seinem Tag, freut sich auf das Wochenende. Er schläft wie gewohnt, sein Wortschatz hat sich erweitert, seine Vorstellungskraft auch (wir mussten schon mehrmals als Familie Hase in unsere Rollen schlüpfen), er ißt auf einmal sauberer und zieht sich weniger in sich zurück. Er darf weiterhin zu Natalya in die Musikstunde gehen (hat dann montags schon ab Mittag frei). Wir sind sehr stolz, wie er das alles meistert, mit den ganzen Eindrücken zurecht kommt. Er kuschelt mehr, holt sich abends seine Streicheleinheiten, braucht auch immer jemanden zum Einschlafen. Die Wochenende müssen sich noch einpendeln (ist ja logisch), er hat einen großen Bewegungsdrang, um all die aufgestauten Gefühle irgendwo rauszulassen. Er fiel bis jetzt nicht negativ auf, wie das gerne passiert, wenn er überfordert ist, im Gegenteil, er fiel positiv auf, da er einer der intelligenteren der Gruppe ist, der u.a. ja schon ein paar Wörter schreiben kann und alle Buchstaben kennt. Sogar das Mäusekind kann er wieder geniessen, wenn er es nur ein paar Stunden täglich sieht *lach*. Und sie freut sich riesig auf ihn. Unser Familienleben hat sich spürbar entspannt, auch mir tut die Zeit gut, ihn gut aufgehoben zu wissen, ist ein schönes Gefühl. Wir hoffen, dass er weiterhin so toll von der Einrichtung profitiert und Fortschritte macht, auch wenn ihm irgendwann mal auffallen dürfte, dass er da jetzt jeden Tag hin "muss" :-)