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Heimatzeit

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Stille

Während das Großkind heute stolz aus dem Haus ging, um wieder ein Kindergartenkind zu sein und heute nachmittag selbstständig mit dem Bus nach Hause gefahren zu werden, steht das Kleinkind auf, geht ein, zwei Schritte frei, krabbelt weiter, geht wieder ein paar Schritte usw.

Meine Kinder werden groß und wollen weg von mir

 

 

14.9.11 10:58


Happy Birthday, Mäusekind!

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Liebes, liebes Mäusekind,

 
heute bist Du ein Jahr! Ein Jahr, in dem Du viel Schönes und weniger Schönes erlebt hast. Ein Jahr, in dem Du die meiste Zeit hier warst und ein Teil unserer Familie geworden bist. 
 
Mit einem Jahr
 
- ist man 71 cm groß und fast neun Kilo schwer
- liebt man Kuchen (und hat heute den ersten bekommen!)
- trinkt man aus allem außer der Nuckelflasche
- kann man "wa-wa", "mamam", "papap", "hu" (alles was sich bewegt" und "eiei" (salbungsvoller Tonfall) sagen
- freut man sich riesig, wenn der Bruder kommt
- liebt man Bälle aller Art
- kann man alleine stehen, sehr schnell krabbeln, an allem entlang laufen und den Hund als Lauflernhilfe benutzen
- lacht man den ganzen Tag
- hat man schwere Nächte
- kann man zu Musik mit dem Popo wackeln
- macht man alles nach
- hat man zu kurze Pummelbeinchen um auf die Couch zu kommen
- krabbelt man Treppen hoch und leider vorwärts wieder runter
- ist Wasser das liebste Element
- will man immer mitmischen
- ißt man am liebsten Butterbrot, auf jeden Fall nichts Püriertes und was der Hund auch gerne mag :-)
- ist man lieber Dreckspatz als Prinzessin
 
Wir haben Dich furchtbar lieb und wünschen Dir ein weiteres schönes gesundes und erlebnisreiches Lebensjahr und hoffen, noch viele Geburtstage mit Dir feiern zu dürfen!
 
Das war das Familien-Gemeinschafts-Geschenk:
 
 

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eine 1 m hohe Kugelbahn für beide Kinder, mit vielen verschiedenen Elementen zum rollen lassen - beide Kinder waren bzw. sind hellauf begeistert!

20.8.11 20:50


Sonntags früh

"Mama ich krieg noch ne Belohnung Papa bist schon wach ich bin der Reiter Du das Pferd. Mama Du bist ein lahmes Pferd Papa mach Deine Füße hoch ich will klettern Mama soll mir Bücher bringen Papa liest Du vor wann wecken wir kleine Schwester krieg ich eine Antwort die ist schon wach ich hol sie dann holt sie halt Mama ich will heut Nutella essen guten Morgen kleine Schwester wir krabbeln gemeinsam im Bett Papa geh weg Mama warum sagst Du aua Papa ich will Decke ist schon was zum Anziehen hergerichtet gehen wir frühstücken kleine Schwester das ist mein Buch Papa ich bin bin der Reiter Du das Pferd wo geht Mama hin"

Endlich holt das Kind mal Luft, es ist halb sieben. Es gibt nur eine Rettung - man geht aufs Klo. Da kann man auch nicht ewig bleiben *g*, also rein in den Tag!

 

Sprüche des Tages:

 "Mama, es sind schon alle Tropfen auf den Boden gefallen, wir können rausgehen" (es gießt wie aus Eimern, er sollte gucken, ob es noch regnet)

"Ein Leut, der Nutella ißt, ist ein Nutellaer, viele Leut, die Nutella essen sind Nutellaner"

 

Foto des Tages:

 

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Tja und dann standen Papa (gerührt und stolz) und Mama (eher verheult und stolz) neben dem Kinderkarussell und freuten sich: er ist das erste Mal überhaupt und dann noch mit einem fremden Kind Karussell gefahren - Omas haltet Euer Kleingeld fest, ab jetzt gehts los :-) Wir sind mit einem Gehörschutz tragenden Kind aufs Volksfest und kamen mit einem vor stolz fast platzenden ungefähr fünf cm gewachsenen Junior wieder heim!!!

15.8.11 20:32


Unser Mäusekind

Ihr werdet Euch vielleicht fragen, warum lese ich hier so viel von Simon? Was macht die Kleine? Ist sie so nichtssagend, dass man sie nicht erwähnen muss? Das sicher nicht. Ich denke, es ist das Schicksal von zweiten Kindern, dass sie einfach so mitlaufen. Dass nicht mehr jeder Pups und jedes Lachen dokumentiert wird. Dass es statt 100 täglicher Fotos nur noch 70 sind *g*

Unserer Maus gehts gut. Sie macht hervorragende Fortschritte, kann krabbeln, plappern, stehen und erste Schritte gehen, sie ist ein Sonnenschein. Sie ist genau das Kind, das man nach Simon braucht, nicht unanstrengend (um ja nicht aus der Übung zu kommen), aber noch so klein, um Mama als wichtigste Person zu begreifen (ja, sehr egoistisch, aber es tut gut, wenn einer mit Spielsachen nach jemanden wirft, dass jemand anders einfach nur zu einem will). Sie hat ihre Bedürfnisse, besonders das Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit ist groß. Sie hat viel an ihrer Vergangenheit zu knabbern, muss noch lange verarbeiten, was in ihren ersten Wochen geschah. Sie lacht viel, man kann ihr schlecht böse sein. Und sie lernt leichter. Simon musste sich alles selber erarbeiten, sie braucht bei vielem nur zugucken, der Große machts schon vor. Dementsprechend braucht sie weniger Bespaßung, sie hat ja immer Hauptdarsteller in ihrem Tag, das muss ja nicht immer ich sein. Wir haben es sehr gut erwischt mit unseren beiden. Sie ergänzen sich wunderbar. Simon lernt viel von ihr und versucht ihr nach seinen Möglichkeiten auch viel beizubringen. Er erzieht sie mit. Sie ist sehr sensibel, wann man ihn in Ruhe lassen muss, sie schaut einen mit großen Augen an und man meint, die Weisheit der ganzen Welt darin zu sehen. Sie weiss schon so viel, ohne es je gelernt zu haben. Dieses Bewusstsein, im Hier und Jetzt zu sein, sein zu dürfen, tut ihr sehr gut, denn die ersten Wochen waren nur vom Überlebenswillen geprägt. Manchmal habe ich das Gefühl, sie kann vergessen, manchmal eher das Gefühl, sie verarbeitet langsam. Für ihre Panikattacken haben wir jetzt Globuli mit Bachblüten, die machen sie ruhiger und aufnahmefähiger in Stresssituationen. Ich denke, ihre Welt ist im Moment in Ordnung. Und durch ihre Robustheit, ihre Kraft, kann sie sich schon heute durchsetzen - eins der wichtigsten Eigenschaften für eine kleine Schwester. Ich würde Euch ja so gerne mal ein Foto zeigen, ihre eigenwillige Schönheit, die großen blauen Augen mit den langen Wimpern, der breite Grinsemund, die fusseligen blonden Haare, die schon so lang sind, dass sie an den Ohren abstehen, der Babyspeck, der endlich da ist und nicht mehr weg soll, die dicken kleine Hände, die immer schmutzig sind - keine Ahnung, wie sie das macht. Sie ist das totale Kontrastprogramm zu Simon, aber nicht weniger hübsch. Sie hat eine ausgeprägte Mimik, man kann jetzt schon unterscheiden, was sie mit ihrem Geplapper ausdrücken will. Sie ist ein Schatz und sie passt gut zu uns. 

Ihr seht, es gibt viel über die Kleine zu sagen, aber halt mehr über Simon nachzudenken, darum ist er hier präsenter. Da wir aber bald Geburtstag feiern, gibts demnächst wieder einen Eintrag nur fürs Mäusekind...

10.8.11 04:49


Die Geschichte von Holland

Willkommen in Holland von Emily Pearl Kingsley

Ich werde oft gefragt zu erklären wie man sich fühlt ein Kind aufzuziehen, das eine Behinderung hat --- um Leuten das Gefühl dieser einzigartige Beziehung zu erklären benutze ich gerne eine Parabel. ES IST SO:

Wenn man ein Baby bekommt, ist es so als ob man sich auf eine fantastische Reise begibt --- nach Italien. Man kauft eine Menge an Touristenführern und macht wundervolle Pläne. Das Kolosseum. Den Michaelangelo, David, Die Gondeln in Venedig. Man lernt bestimmt auch ein paar Wörter auf Italienisch. Kurz es ist eine sehr schöne Zeit.

Nach einigen Monaten der schönen Vorbereitung ist endlich der große Tag da !!! Du packst deine Koffer !!! Einige Stunden später, das Flugzeug landet. Die Stewardess kommt und sagt "Willkommen in Holland".

"Holland?" sagst du. "Was meinen Sie? Ich habe doch einen Urlaub nach Italien gebucht!!! Ich soll doch in Italien sein. Mein ganzes Leben habe ich davon geträumt nach Italien zu fliegen."

Aber da war eine Flugplanänderung. Der Flieger ist in Holland gelandet und du musst da bleiben.

Das wichtigste ist, dass du nicht in einem dreckigen, seuchenverpesteten Land gelandet bist. Es ist nur anders !!

Also, jetzt fängst du wieder an und kaufst neue Touristenführer. Du musst jetzt eine völlig neue Sprache lernen. Und du wirst eine total neue Gruppe von Menschen treffen, die du vielleicht niemals kennengelernt hättest, wenn die Dinge anders wären.

Es ist nur ein anderer Ort. Es ist langsamer als Italien, vielleicht nicht so viel Glamour. Aber wenn du eine Zeit lang dort bist, merkst du schnell, dass es auch seine Vorteile hat. Du fängst an um dich zu schauen: Holland hat wunderschöne Windmühlen, Holland hat Tulpen. Holland hat sogar Rembrandt.

Aber jeder, den du kennst, ist zu beschäftigt, die Schönheit Hollands zu erkennen, denn alle sind auf dem Weg nach Italien. Alle erzählen wie toll es doch in Italien ist und was für eine tolle Zeit der Urlaub doch war. Und --- für den Rest deines Lebens wirst du dir sagen, "Ja, das ist der Urlaub den ich geplant hatte ! (Italien) Da wollte ich auch hin!!"

Und das Gefühl verletzt zu sein, einen Traum verloren zu haben wird nie verschwinden. Denn ein großer Traum ist nicht wahr geworden, ein großer Verlust!!!

Aber wenn du immer und immer wieder den Verlust deines Italien Urlaubs beweinst, wirst du niemals die Schönheit Hollands und dessen spezielle Sehenswürdigkeiten sehen, kennen und lieben lernen. Denn Holland ist genauso wie Italien eine Erfahrung für sich und den Betrachter.

10.8.11 04:33


Ach, Simon...

... seitdem Du besser schlafen kannst, sieht Deine Welt ganz anders aus. Bunter, aufregender, überflutender. Du stellst viele Fragen, siehst viele Dinge, es gibt Tage da kann man richtig sehen, wie Deine Synapsen im Gehirn neu verknüpft werden :-) Du bist aufmerksamer geworden, was Deine Bedürfnisse angeht, kannst Bauchweh orten oder sagen, dass Dir kalt ist. Leider ist auch ganz viel zu viel für Dich, es gibt jetzt mehr Lärm, mehr Licht, mehr Reize für Dich, die Dein kleiner Kopf nicht mehr verarbeiten kann. Ich weiss das. Und ich verstehe Dich. Doch die Welt ist leider so. Ich kann Dich vor vielem beschützen, doch ich will Dich nicht vor allem fernhalten. Beim Spazierengehen musst Du nicht sofort umdrehen, wenn andere Menschen kommen, die tun einem nichts. Du musst nicht gleich mit Spielsachen werfen, weil Du so wütend bist, da das Radio verstellt und furchtbar laut war. Du musst nicht gleich hauen, nur weil Du die Aufmerksamkeit der Mama teilen musst. Du kannst nicht den ganzen Tag Deine Schwester piesacken, nur weil Dich Ihre Anwesenheit generell stört. An manche Dinge musst Du Dich anpassen lernen. Für mich ist es sehr schwer, den Spagat zwischen loslassen, aufpassen und reagieren hinzubekommen. Es gibt Tage, da bin ich furchtbar müde (und das ausnahmsweise nicht wörtlich), Dir immer und immer wieder die gleichen Dinge zu erklären. Wir hauen die Maus heute nicht und morgen nicht und sonst auch nicht. Wir laufen nicht auf die Strasse. Wenn es Gummibärenverbot gibt, ist das so. Und die Konsequenz wird immer gleich sein. Und Du wirst es einfach nicht verstehen und in ein paar MInuten wieder so reagieren. Ich weiss, dass ganz viel zu Deiner Krankheit gehört, ich weiss, dass ich viel geduldiger sein müsste, doch wissen und handeln ist of unterschiedlich. Irgendwann bist Du groß und wirst mich vielleicht verstehen. Und diese "schwarzen" Tage nicht mehr ganz so dunkel in Deiner Erinnerung sein. Aber auch, wenn Dich das jetzt vom Sockel haut; Du bist NICHT der Mittelpunkt der Welt ;-). Du bist ein wunderbares Kind, das viel verarbeiten muss, wir sind wunderbare Eltern und manchmal passen unsere Ansprüche nicht zusammen. Jeden Tag vorm Aufstehen denke ich darüber nach, was heute passieren wird, was wir heute unternehmen könnten, wie ich Deine Welt erweitern kann, ohne Dich zu überfordern. Und jeden Abend überlege ich, ob wir das geschafft haben. Es gibt Abende, an denen bin ich sehr stolz auf Dich. Und Abende, da bin ich voller Gedanken, was aus Dir mal werden wird. Und Abende, da bin ich einfach nur traurig, weil Du mich so (über)forderst, dass ich nicht mehr weiter weiss. Solange die guten Abende in der Überzahl sind, ist alles in Ordnung. Wenn das mal kippt, brauchen wir Hilfe. Bevor Du da warst, war ich ein ganz normaler Mensch. Jetzt weiss ich, wie stark, verletzlich, stolz, überfordert, froh und wütend ich innerhalb von Sekunden sein kann. Du wirst immer älter werden, Dein Kopf wird immer mehr verstehen. Auf das baue ich, das hoffe ich. Ich weiss, irgendwann werden meine Worte Deine Mauer durchdringen. Aber im Moment bist Du ein kleiner Bub. Und ich eine Mama mit Ecken und Kanten. Und wir zusammen haben uns furchtbar lieb. Lieb haben ist ein Gefühl, dass Du nicht einordnen kannst, eins der Gefühle, das noch nicht stark genug für Dein Bewusstsein ist. Aber Liebhaben ist das, wenn wir Dich drücken und uns freuen, dass Du da bist. Und Liebhaben ist das, wenn ich laut werde, weil Du nicht alles darfst. Es ist manchmal gut, dass Du den Unterschied zwischen liebhaben und schimpfen nicht einordnen kannst, sondern nur am Rande spürst, sonst müsstest Du manchmal das Gefühl haben, Du kannst nichts. Und das ist nun wirklich nicht so. Du kannst sehr viel. Und ganz, ganz viel musst Du noch lernen. Aber sei Dir gewiss, wir alle helfen Dir dabei. Und wenn irgendwann Deine Grenze erreicht ist, ist es gut. Doch bis dahin ist es noch lange hin, in Deinen Kopf passt noch ganz viel rein.
10.8.11 04:28


Sommerimpressionen

Der Sommer heuer ist heiss, kalt, nass und super: wir machen Ausflüge, planschen daheim im Pool, es gibt verdreckte Kleinkinder (die kommt an keiner Pfütze vorbei *g*), Kleinkinder die krabbeln wie der Wind, große Kinder die über krabbelnde Kleinkinder fallen, keinen Kindergarten mehr, ein paar Urlaubstage mit Papa, Kleinkinder, die meinen, sie könnten schon laufen und große Jungs, die meinen, eine Wasserspritze macht sie allmächtig :-)

Alles in allem bis jetzt schöne Tage!

 

 

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18.7.11 20:45


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